Bilanzierung

31.07.2017

Keine Rückstellung für die Aufbewahrung der Mandantendaten im DATEV-Rechenzentrum

| Für die Kosten der zehnjährigen Aufbewahrung von Mandantendaten im DATEV-Rechenzentrum darf keine gewinnmindernde Rückstellung gebildet werden (FG Thüringen 1.12.16, 1 K 533/15). |

Den Einwand der Gesellschaft, dass ein StB nach § 66 Abs. 1 StBerG die Handakten für die Dauer von zehn Jahren nach Beendigung des Auftrags aufzubewahren hat (= öffentlich-rechtliche Verpflichtung), konterte das FG wie folgt:

  • Zum einen erstreckt sich diese Verpflichtung nicht auf die hier streitigen Mandantendaten, da diese nicht mit den in der Handakte aufzubewahrenden Daten identisch sind.
  • Zum anderen darf auch für Handakten keine Rückstellung gebildet werden, da die Verpflichtung nach § 66 Abs. 1 StBerG erlischt, wenn der Auftraggeber vor Beendigung des Aufbewahrungszeitraums zur Empfangnahme der Handakten aufgefordert wird und dieser Aufforderung binnen sechs Monaten nicht nachkommt. Ein (freiwilliger) Verzicht auf die Ausübung dieses Rechts liegt im eigenbetrieblichen Interesse (FG Köln 3.3.10, 14 K 4943/07).

Praxishinweis | Da für das FG auch keine zivilrechtliche Verpflichtung zur zehnjährigen Aufbewahrung erkennbar war, schied eine Rückstellung für die Mandantendaten aus. Dass der BFH im Revisionsverfahren (Az. I R 6/17) eine günstigere Ansicht vertreten wird, muss zumindest bezweifelt werden.

IWW-Institut, Würzburg