Doppelte Haushaltsführung

13.03.2018

Reicht bloßes Vorhalten der Wohnung für Werbungskostenabzug?

| Kann ein Arbeitnehmer die Miete für die Zweitwohnung weiterhin als Werbungskosten geltend machen, wenn er die doppelte Haushaltsführung wegen Elternzeit beendet? Mit dieser Frage muss sich der BFH befassen. |

Im konkreten Fall hatte eine Ärztin am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung gemietet, die sie ab Oktober 2016 wegen Elternzeit aber nicht mehr nutzte. In der Elternzeit machte sie die Miete für die Wohnung weiter als Werbungskosten geltend. Ihre Argumente: Sie plante den Wiedereinstieg ins Berufsleben ab Oktober 2017. Die Zweitwohnung kündigte sie deshalb nicht, weil am Beschäftigungsort ein starker Wohnungsmangel herrschte, die neue Wohnungssuche mit erheblichem Aufwand verbunden wäre und die Miete sehr günstig war. Das Finanzamt kippte den Werbungskostenabzug, weil die doppelte Haushaltsführung im Oktober 2016 ohne berufliche Tätigkeit endete.

Praxishinweis |
Das FG Berlin-Brandenburg ließ den Werbungskostenabzug dagegen zu. Zwar lag hier keine doppelte Haushaltsführung (mehr) vor. Die Miete für die Zweitwohnung war aber beruflich veranlasst. Diese berufliche Veranlassung hatte die Ärztin durch ihre Argumente nachvollziehbar untermauert (FG Berlin-Brandenburg 1.6.17, 3 K 3278/14). Letztlich entscheiden muss jetzt der BFH. Die Nichtzulassungsbeschwerde des Finanzamts war erfolgreich. Das Revisionsverfahren hat das Az. VI R 1/18.

IWW-Institut, Würzburg