Gewinnermittlung

03.06.2019

Handel auf eBay: FG Hessen befasst sich mit zwei wichtigen Einzelheiten

| Um das Thema „Handel auf eBay und die Steuern“ war es zuletzt ruhig geworden. Jetzt lässt ein Fall vor dem FG Hessen (19.7.18, 2 K 1835/16) in zweifacher Sicht aufhorchen. Das FG hat beim Handel mit Gegenständen aus Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen nämlich pauschale Betriebsausgaben in Höhe von erstaunlichen 60 Prozent anerkannt. Und es hat verfügt, dass diese Tätigkeit als gewerblich einzustufen ist. Dagegen hat die Händlerin aber Revision beim BFH (Az. X R 26/18 )eingelegt. |

Der Fall vor dem FG Hessen

Im konkreten Fall hatte eine Sammlerin beim Stöbern bei Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen kostengünstig Gegenstände eingekauft und diese auf eBay versteigert. Alle Artikel waren mit dem Mindestgebot von 1 EUR versehen. Über diese Versteigerungen kamen – so die Erkenntnisse der Steuerfahndung – erhebliche Umsätze zustande. Nämlich in fünf Jahren bei insgesamt 2.876 Aktionen rund 380.000 EUR. Um diese Tätigkeiten durchzuführen, hatte die Händlerin vier eBay-Accounts und zwei Girokonten eingerichtet. Vor dem FG Hessen ging es jetzt darum,

  • in welcher Höhe den Einnahmen Betriebsausgaben gegenüberstehen, und
  • ob die Tätigkeit gewerblich (und damit gewerbesteuerpflichtig) war.

FG erkennt pauschal 60 Prozent Betriebsausgaben an

Die erste Frage ist für die Händlerin gut ausgegangen. Weil sie keine Bücher geführt hatte, musste das Finanzamt schätzen (§ 162 AO). Während das Finanzamt die Betriebsausgaben nur auf 30 Prozent der Betriebseinnahmen taxiert hatte, konnte die Händlerin vor dem FG immerhin 60 Prozent des Nettoumsatzes durchsetzen.

Wann ist ein eBay-Handel gewerblich?

Die zweite Frage hat das FG zum Nachteil der Händlerin entschieden. Sie habe nicht lediglich privates Vermögen verwaltet und veräußert bzw. ein Hobby ausgeübt, sondern eine nachhaltige gewerbliche Tätigkeit entfaltet. „Sie ist wie ein gewerblicher Händler aufgetreten“, so das FG.

Praxistipp | Das FG hat zu dieser Frage aber die Revision zum BFH zugelassen, weil der nachhaltige Internethandel mit Gebrauchsgegenständen anders behandelt wird (nämlich als gewerbliche Tätigkeit – auch FG Köln, Urteil vom 4.3.15 14 K 188/13) als der nachhaltige An- und Verkauf von Wertpapieren auf eigene Rechnung. Hier ist die Gewerblichkeit verneint worden (FG Berlin-Brandenburg 29.8.07, 3 K 5109/03 B).

IWW-Institut, Würzburg