Kapitalanlagen

09.05.2016

Veräußerungsgewinne aus Währungsgeschäften bleiben nach einem Jahr steuerfrei

| Veräußerungsgewinne aus Fremdwährungsgeschäften unterliegen nicht der Abgeltungsteuer. Liegt zwischen dem An- und Verkauf mehr als ein Jahr, ist der Veräußerungsgewinn komplett steuerfrei. Das hat das Bayerische Landesamt für Steuern (BayLfSt, Verfügung vom 10.3.16, S 2256.1.1-6/6 St 32) in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium bekanntgegeben. |

Fremdwährungsgeschäfte können „Spekulationsbesteuerung“ auslösen

Wer privat eine Fremdwährung erwirbt und diese später wieder veräußert, erzielt keine Kapitalerträge, die der Abgeltungsteuer unterliegen. Eine Besteuerung kommt nur in Betracht, wenn es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft gemäß § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG handelt. Das ist nur der Fall, wenn zwischen dem An- und Verkauf des Fremdwährungsguthabens weniger als ein Jahr vergangen ist.

Praxishinweis | Dass bei so einem Geschäft normalerweise auch Zinsen anfallen, führt nach Auffassung des BayLfSt nicht dazu, dass sich die Spekulationsfrist von einem Jahr auf zehn Jahre verlängert. Die Zinseinkünfte sind nicht Ausfluss des Wirtschaftsguts Fremdwährungsdarlehen, sondern Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderung.

Beispiel

Am 16.3.15 hat A 10.000 EUR in eine Fremdwährung gewechselt und daraus Zinsen in Höhe von 70 EUR erzielt. Am 11.4.16 hat A die Fremdwährung wieder in EUR umgetauscht und dabei einen Gewinn von 800 Euro erzielt. Folge: Da zwischen dem An- und Verkauf mehr als ein Jahr vergangen ist, kann A den Gewinn von 800 EUR steuerfrei vereinnahmen. Die Zinsen muss A als Kapitalerträge mit 25 % versteuern.

IWW-Institut, Würzburg